QUEDLINBURG UNESCO WELTKULTURERBE

Ich fühlte mich um hunderte Jahre zurückversetzt.

Die malerischen Fassaden der zahlreichen Fachwerkhäuser sorgen für das Gefühl dieser Zeitreise.

Gerade im Sommer bei schönem Wetter, wenn sich das Leben nach draussen verlegt, versprüht die Stadt einen seltsamen lebendigen aber auch beschaulichen Eindruck. 

Jedes Haus ist ein Schmuckstück und mit Liebe zum Detail restauriert. Hier und da ein Blick um die Ecke und man entdeckt wieder ein anderes reizendes Häuserensemble mit überraschenden Details. 

Die Denkmalpflege hat ganze Arbeit geleistet. Nur noch wenige Häuser befinden sich im Dornröschenschlaf. Aber auch die Einwohner wissen ihre Stadt reizend aufzuhübschen. 

Die Architektur  der mittelalterlichen Häuser ist einfach nur fantastisch. Jedes Haus ist etwas besoderes. Die Besitzer schmücken sie zudem noch verschwenderisch mit Blumen.

Ich glaube durch eine Filmkulisse zu rollen.

Leider sind die Häuser hauptsächlich über Stufen zu erreichen.  Ein Bummel durch die hübschen Geschäfte schließt sich somit natürlich aus.

Anderseits gibt es in der Altstadt soviel Schönes zu bestaunen, dass ich nichts vermissen werde.

Bevor ich mir aufgrund des alten Pflasters aus Natursteinen auf den Straßen und vielen Plätzen endgültig eine Prellung meines Steißbeins zuzog, entschied ich mich für eine Stadtrundfahrt mit der Minieisenbahn direkt vom Markt aus. Der Rollstuhl wurde kurzerhand zusammengeklappt und in einen Waggon verfrachtet. 

Ich setzte mich in einen Waggon und die Bahn fuhr dann fahrplanmässig und bis auf den letzten Platz besetzt durch die gesamte Altstadt. Über Lautsprecher erläuterte der Lokführer viele historische Details und erzählte Geschichten aus der „Guten alten Zeit.“

Hierbei bieten sich auch nach Themen gegliederte Touren an, zum Beispiel mit dem Schwerpunkt: Handwerk, Kirchen, Kunst und Museen.

Es war eine angenehme und informative Alternative um dem Geschaukel im Rollstuhl zu entgehen und zudem sogar irgendwie nett; ein Kindheitstraum hat sich so, wenn auch aus eher praktischen Gründen, endlich erfüllt .

Nachdem ich nun einen kleinen Überblick über die Altstadt bekommen hatte, konnte ich nun gezielt einige Sehenswürdigkeiten ohne große Umwege aufsuchen. Die Augen konnten sich nicht sattsehen an den verschwenderischen Details der Fassaden und den bezaubernden Straßenzügen.

Wem der Sinn nach mehr Kultur steht, für den bieteten sich zum Beispiel Besichtigungen der Stiftkirche St. Servatius sowie auch des Mitteldeutsche Eisenbahn- und Spielzeugmuseum an, die beide mit dem Rollstuhl möglich sind.

Die Lyonel – Feininger- Galerie ist ebenfalls komplett zugänglich. Diese ist auch für sehbehinderte Besucher empfehlenswert, da die Führungen akustisch sehr gut wahrnehmbar sind.

Auch der Wipertihof, ein Handwerkshof, ist komplett barrierefrei und bietet mit verschiedenen Geruchs- und Tastangeboten auch ein Programm für sehbehinderte Menschen an.

Das Fachwerkmuseum „Ständerbau“ ist mit dem Rollstuhl nur teilweise zugänglich. Allerdings kann man in zwei Räumen einen kleinen Eindruck von der historischen Architektur bekommen.

Das Schlossmuseum ist leider nicht behindertengerecht.

Irgendwann erschöpft von soviel Schönheit suche ich eines der zahlreichen Cafes an einem der innerstädtischen Plätze auf, um zu schlemmen und das bunte Treiben der Bewohner und Touristen zu verfolgen . Es gibt viele Cafes und Restaurants. 

 

Es waren zwei wunderschöne Tage. Schönes Quedlinburg, mit dem richtigen Gefährt zum Beispiel einem besser gefederten Handbike komme ich dich so gerne noch öfter besuchen.

Weiter auf der Suche nach romantischen Ecken und auf der Suche nach dem ultimativsten aller Käsekuchen.

Das Fremdenverkehrsbüro  befindet sich am
Markt 4

in 06484 Quedlinburg

Tel.: 03946 905624

Öffentliche barrierefreie Toiletten gibt es : An den Fischteichen, Am Torhaus, Marktkirchhof, Marschlinger Hof, Wipertistraße und Wordgarten.
Für Übernachtungsgäste mit Handicap gibt es einige Angebote in den Hotels im Stadtgebiet, die den entsprechenden Anforderungen gerecht werden.

Ich hatte als meine Unterkunft für die zwei Tage ein behindertengerechts Hotel mit Frühstück über ein Hotelbuchungsportal gebucht. Das Hotel war nur über eine Aussentreppe zu erreichen, acht Treppenstufen, und das Frühstück gab es im dritten Obergeschoß. Ich hatte ein Zimmer im  „Erdgeschoß“ und es gab keinen Aufzug. 

Das passiert mir nicht noch einmal, ich werde vorher immer persönlich im Hotel anrufen und mich nach den für eine Rollstuhlfahrerin notwendigen Ausstattungskriterien erkundigen.

Eure Elke


 

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2 Kommentare zu „Reisebericht Quedlinburg mit dem Rollstuhl

    1. Liebe Reni,
      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich freue mich wuschig, wenn meine Artikel gefallen.
      Zu Deiner Frage, nein ich war noch nicht in Lüneburg. Wie der Zufall es will, hat mich eine Freundin heute angerufen und mir erzählt, dass Sie in der nächsten Woche dort hinfährt und Lüneburg mitsamt Umfeld mit dem Fahrrad erkunden möchte. Sie will mir viele Photos mitbringen.
      LG
      Elke

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