Hier möchte ich über meine Mutation von einer Ehefrau und Freundin zur SCHLANGE berichten. Dies nur dadurch bedingt, dass ich von meinem Mann verlassen wurde und meine Freundinnen scheinbar über zuviel Phantasie und zu wenig Vertrauen Ihren Männern gegenüber verfügen.


Es begab sich vor einiger Zeit, dass mein Ehemann nicht mehr aus seiner Kur zu uns, den gemeinsamen Kindern und mir, zurückgekommen ist.

Soweit so gut.

Das Entsetzen bei uns, wie auch im Freundeskreis war groß. Niemand hatte damit gerechnet. Ich stand von heute auf morgen mit den Kindern und dem großen Haus alleine da. Dies war natürlich aufgrund meiner Erkrankung und der Tatsache, dass ich zu der Zeit nur noch auf vier statt auf sechs Zylindern lief, also körperlich schon eingeschränkt war,  umso schlimmer. Ganz schnell stellte sich heraus, dass die besten Freunde, die anfänglich laut mitgejammert hatten, für diverse Hilfestellungen nicht zur Verfügung standen. Nach und nach zogen sich einige gute Bekannte und sogar unsere bis dato besten Freunde gänzlich zurück. Natürlich war ich plötzlich nicht mehr so lustig und unterhaltsam wie vor der Trennung, oft weinerlich und deprimiert, ich dachte schon, dass solche Phasen für Freunde und gute Bekannte auszuhalten seien müssten. – So kann man sich irren.

Aber auch bei den ’ treuen Seelen ‘ vollzog sich nach und nach eine Veränderung.

Nach einigen Wochen begannen sie nachzufragen, warum ich denn noch keine neuen männlichen Bekanntschaften gemacht hätte. Nach einigen Monaten wurden die Nachfragen massiver und es gab auch Vorschläge, ob denn vielleicht Interesse von meiner Seite an Junggeselle XYZ bestände. Unglaublich, ich hatte wahrlich andere Probleme und Männer sollten für den Rest meines Lebens einen großen Bogen um mich machen, also bleiben wo der Pfeffer wächst.

Nach 1,5  Jahren zog ich um. Der älteste Sohn studierte und hatte eine eigene Bude. Der Jüngere, auch schon volljährige Sohn befand sich in der Sturm- und Drangzeit und war kaum noch zu Hause. Somit benötigten wir weniger Wohnraum. Eine hübsche Wohnung im Grünen, aber dennoch zentral, in einem renovierten Altbau sollte unser neues Zuhause werden. Beim Umzug wurde uns sehr viel Hilfe angeboten und auch zuteil. Für diverse Bohrarbeiten in der Wohnung nach dem Umzug haben sich dann die Männer meiner Freundinnen bereit erklärt.

Einer hat die Rollos an den Fenstern angebracht und einer bot sich Wochen später an, die neu gekaufte Lampe in der Küche aufzuhängen und anzuschließen. 

Frei nach dem Motto – Vorsicht ist besser als………. riefen beide Freundinnen, jeweils kurz nachdem ihre Männer gekommen waren an und wollten diese kurz sprechen. Nicht genug,  geraume Zeit später kamen sie jeweils ganz zufällig vorbei.

Halloooo, die Männer meiner Freundinnen, und ich, ich, alles andere als eine femme fatal, ich war entsetzt und enttäuscht. So mutiert frau also zur SCHLANGE.

Der Grund, einfach nur länger partnerlos zu sein. Unglaublich.

Über zweieinhalb Jahre, nachdem mein Mann in seiner Kur war, habe ich dann jemanden kennengelernt. Ganz unverhofft und romantisch.

Nachdem ich das dann einige Wochen später im Freundeskreis kund tat, waren die Reaktionen wieder sehr unorthodox.

Unsere Kennenlerngeschichte wurde von Allen als, oh, wie im Märchen oder wie im Film, mit ungläubigen Blicken abgetan.

Die Aussage wie ich, trotz meiner Krankheit, noch so einen Mann kennenlernen konnte und der auch tatsächlich zu mir steht, begleitet mich bis heute..

Und, dass das Schicksal es mit mir doch wohl richtig gut gemeint habe.

Er bekam auch schon Aussagen zu hören wie, ich müsste doch wohl etwas besonders gut können oder warum er sich so etwas wie mich antut.

So, jetzt wisst Ihr, womit Ihr es hier zu tun habt. Passt also schön auf, verlassen, durch Krankheit gehbehindert und dann noch das Interesse eines ,, neuen” Mannes geweckt, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Sind das Freunde, die einen so schlecht kennen und so wenig Vertrauen in mich setzen?  Wie können gerade sie mich nur auf meine Behinderung reduzieren, ich meinte immer, diese sei nur ein kleines Merkmal von mir, ein winziger Baustein im komplexen Ganzen, was micht als Mensch ausmacht.

Warum wird mir mein Glück nicht gegönnt oder geneidet und Geschichten,die das Leben geschrieben haben, nicht geglaubt? 


Machen Schicksalsschläge einsam? Zumindest angreifbar.


Eure Elke










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7 Kommentare zu „Meine Mutation zur “ Schlange“

    1. Unglaublich, das fand ich auch. Wenn man krank wird und dann noch plötzlich vom Ehemann verlassen trennt sich die Spreu vom Weizen. Es war eine schwere Zeit, zumal ich vorher vom Leben ziemlich verwöhnt war und meine Söhne auch. Aber wir haben uns durchgekämpft und sind alle sehr vorsichtig im Umgang mit anderen Menschen geworden. Mein neues Glück ist nach sieben Jahren immer noch GLÜCK.
      LG
      Elke

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