Jeder kennt sie, Zahnschmerzen. Sie können sehr unterschiedlich sein. Ein ziehender hoher oder dumpfer Schmerz nimmt Besitz von einem. Der Schmerz muss aufhören, einfach aufhören, das ist der einzige Gedanke, den man nach einigen Stunden noch hat.

Ja, diese Schmerzen sind in Worte zu fassen und anderen Menschen zu vermitteln.

Anders die vielen diversen Missempfindungen und Schmerzen, die mich im Laufe meines Krankheitsverlauf begleitet haben und nunmehr täglicher Begleiter geworden sind. Ich kann sie niemandem veranschaulichen. Meinen Ärzten und auch meinen Lieben weiß ich es nicht verständlich zu machen.

Wie hasse ich diese Frage beim Arzt ,, Können Sie auf einer Skala von 1 bis 10 Ihre Schmerzen einordnen “. Ausschließen kann ich bestimmt 1 bis 4. Aber alles darüber finde ich anmassend, gerade bei länger anhaltenden Schmerzen. Zum Einen gewöhnt man sich an manche Schmerzen, zum Anderen zermürben sie einen und machen auf Dauer dünnhäutig. Woher soll ich wissen, wieviel Luft noch nach oben ist, sprich, um wieviel kann der Schmerz sich noch steigern. Das möchte ich auch gar nicht wissen. Natürlich gibt es auch Unterschiede, aber war dieser ganz schreckliche Schmerz letztendlich eine 5, 6,7 oder 8 auf der Skala. Ich weiß nur, er war viel heftiger, als sonst üblich.

Noch schwieriger einzuordnen und zu beschreiben werden Schmerzen, die von Bewegung zu Bewegung spezifisch variieren, beim Sitzen sind sie anders als beim Laufen oder beim Liegen. Dazu treten bei der einen Bewegung zusätzlich ganz andere Begleitschmerzen auf als bei der anderen.

Dieses Gesamtpaket ist für mich auf jeden Fall noch zu bewältigen, zu beherrschen. Die Schmerzen treten noch meistens in den Hintergrund und lassen Leben und Freude zu. Aber letztendlich sind sie stetiger Begleiter, mit häufigen Veränderungen und immerzu neuen Varianten.

Aber hat nicht  jeder Mensch ein anderes Schmerzempfinden? Ich weiß nur, dass ich bei vielen Dingen nicht zimperlich bin, egal ob es z.B. ein gebrochener Fuss ist oder ständige Verstauchungen. Wenn mir aber jemand einen kleinen Splitter aus dem Finger ‚operieren‘ will, mutiere ich zum hysterischen Angsthasen.

Woher mein Wunsch rührt, diese Schmerzen in Worte fassen zu können und somit mein entsprechendes Empfinden zu vermitteln, weiß ich auch nicht so recht.

Meine Lieben brauchen keine Erklärungen. Ob die behandelnden Ärzte mir besser helfen könnten, wenn ich meinen Zustand bildhafter oder defizieler beschreiben könnte, bleibt zu bezweifeln.

Ich glaube, letztendlich ist es mein persönliches Bedürfnis, meine körperlichen Empfindungen bzw. Missempfindungen in Worte zufassen. Vielleicht hoffe ich im Unterbewusstsein, dem Schmerz ein Gesicht zu geben, ihn so greifbarer bzw. angreifbarer werden zu lassen. Wer möchte schon immer wie Don Quichote gegen Windmühlen kämpfen.

Eure Elke

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2 Kommentare zu „Wie soll ich Schmerzen erklären?

  1. Schmerzen sind etwas, was niemand braucht und doch muss man lernen, mit ihnen zu leben, denn sie sind die Signale unseres Körpers.
    Ich wünsche dir, dass dich deine Schmerzen nicht zermürben und dir trotz allem ein lebenswertes Leben ermöglichen.

    Gefällt 1 Person

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