Plötzlich leben wir hier, in dem von uns geliebten Wald,  von der Welt abgeschnitten, da wir beide zur Zeit kein Auto fahren können. Der Grund dafür ist die plötzliche  Erkrankung meines Lieblingsmenschen und nicht zuletzte mein angeknackster Gesundheitszustand. 

Vorher konnte zumindest immer eine Person fahren und meistens war auch ich fahrtüchtig.

Jetzt im Moment sind wir beide, selbst als Fussgänger nur bedingt tauglich um nicht zu sagen untauglich.

Einkaufen, der Besuch der Post, des Geldinstitutes, der Ärzte und Apotheke, alles stellt ein riesiges logistisches Problem dar.

Not macht aber bekanntlich erfinderisch, so wird das Gemüse und Obst nicht mehr beim Bauern gekauft, sondern ich lasse mir jetzt regelmäßig eine Biokiste liefern, der Bäcker liefert einmal die Woche frei Haus und für den  großen Wocheneinkauf gab es bisher meistens Freiwillige -danke mein Sohn. Alternativ liefert unser Rewe aber auch nach Hause und das klappt wirklich gut. Es ist sogar möglich die Marken der Produkte anzugeben, die man haben möchte. Zudem wird das Leergut, wenn es bei der telefonischen Bestellung mit angegeben wurde, mitgenommen und schon verrechnet.

Bei Bestellungen über 50€ ist das Bringen kostenlos, unter 20€ werden 5€ berechnert und zwischen 20€ und 50€ kostest der Service 3€. 

Die Post wird halt nicht ständig weggebracht sondern so lange gebündelt bis ein Besucher zufällig am Briefkasten vorbei kommt.

Arzttermine werden soweit wie möglich aufgeschoben oder ein Taxi muss bestellt werden.

Die Apotheke bringt die Arzneimittel auch nach Hause.

Was uns am Meisten zu schaffen macht, wir mussten unsere zwei Fellnasen vorübergehend abgeben. Ihren Bedürfnissen, wären wir bei weitem nicht gerecht geworden. 

Dalila, unsere alte Dame, ist bei meiner Schwägerin und meinem Bruder und teilt sich dort deren Aufmerksamkeit mit deren Labradorhündin.

Alle haben sich prima arrangiert, Dalila wird gehegt, gepflegt und verwöhnt wie eine Prinzessin und fühlt sich allem Anschein nach sehr, sehr wohl.

Louis ist bei der Tochter und dem Schwiegersohn vom Lieblingsmenschen und teilt sich Haus und Hof mit 5 Golden Retrievern und hat wohl richtig Spass.


( so schüchtern wie auf dem Bild ist er gar nicht )

Beide sind jeweils nicht zum erstenmal bei ihren Pflegefamilien, allerdings noch nie für einen längeren Aufenthalt.

Wir hoffen jetzt inständig, dass unser Zustand sich schnellstmöglich so stabilisiert, dass wir die Zwei wieder holen können und dann unser Rudel wieder komplett wird. 

Wenn ich mich wieder problemlos alleine hinsetzen und aufstehen kann, könnte ich mit meiner neusten Errungenschaft, dem Scooter, mit den Hunden hier im Wald laufen, fahren.

Und wenn Lieblingsmensch seine Bestrahlung, Chemotherapie und Reha überstanden hat, wird er auch wieder Hundegassi- und -spieltauglich sein, hoffen wir.

Trotzdem  müssen wir kurz bzw. mittelfristig ein neues Zuhause finden und das sollte behindertengerecht sein, Hundehaltung sollte erwünscht sein, Geschäfte in fussläufiger Entfernung und Feld und Wald ebenfalls in der Nähe liegen. – Ja, ich weiß, die Stecknadel im Heuhaufen suchen ist nichts dagegen.

Aber es geht immer irgendwie weiter, man fällt in ein tiefes Loch und dann ist am Ende des Tunnels immer wieder Licht. Solange Licht ist, versuchen wir mit Hilfe all unserer Lieben und aller hilfreichen Serviceleistungen, die angeboten werden, die Situation zu meistern und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

In diesem Sinne, es bleibt viel für uns zu tun, jetzt erst einmal gesund werden und neue Kraft tanken.

Eure Elke
 

 

 

Advertisements

40 Kommentare zu „Plötzlich Einsiedler

  1. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, liebe Elke. Ich bewundere dich, dass du trotz deines Gesundheitszustandes so prima organisiert bist und sogar noch die Kraft findest, einen Blogpost zu schreiben. Das zeigt, dass du eine Kämpferin bist. Ich wünsche dir/ euch weiterhin ganz viel Kraft und dass ihr ganz bald eine passende Wohnung findet.
    ❤Reni

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke liebe Reni für deine lieben Wünsche und ich hoffe auch, dass wir bald eine adäquate Wohnung finden und auch bekommen. Der Abschied von hier wird uns schwer genug fallen.
      Ganz liebe Grüße
      Elke

      Gefällt 1 Person

  2. Ich wünsche euch, dass ihr euch weiter mit Hilfe anderer Menschen arrangieren und erst einmal in dieser so schweren Zeit „über Wasser “ halten könnt.
    Deinem Lieblingemenschen alle guten Wünsche und eine stabile Genesung und auch dir eine Besserung, die dich wieder mobiler macht.
    Wenn ihr beide zueinander haltet und weiter den Weg gemeinsam gehen könnt, wäre das schon ganz viel, was euch trägt und hält.

    Alles guten Wünsche meinerseits sollen euch begleiten,
    Anna-Lena

    Gefällt 2 Personen

    1. Vielen lieben Dank Anna-Lena für deine guten Wünsche,
      wir werden alle die an uns glauben nicht enttäuschen und haben als Ziel ein paar unserer Träume noch zu verwirklichen.
      Jetzt brauchen wir nur noch ein bisschen Glück.
      LG Elke

      Gefällt 1 Person

  3. Liebe Elke,
    Deine Zuversicht bewundere ich sehr und auch Deine / Eure enge Verbundenheit! Trotz aller Steine, die das Leben Dir in den Weg legt, gehst Du die Situation hoffnungsvoll an. Dazu wünsche ich Dir erdenklich alles Gute! Es stimmt, auch in den dunkelsten Momenten gibt es bald wieder Lichtblicke. Ich wünsche eine baldige und gute Besserung, gesundheitlich, als auch in Bezug auf die Einschränkungen!

    Lieben Gruß, Michael

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke lieber Michael für deine lieben Worte.
      Glaube mir, ich bin häufig so am Boden zerstört, dann muss ich richtig ausschlafen und die Flora und Fauna beobachten und dann fasse ich wieder ganz schnell Mut und Zuversicht.
      Da es uns Beiden so geht, ist einer immer der Motor für den Anderen.
      Ganz liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

  4. Liebe Elke,
    ich würde mir auch alle Hilfe an Land ziehen, die es angeboten gibt. Euren Alltag stelle ich mir nicht leicht vor.
    Dadurch dass ich seit Jahren meine Mam hege und pflege weiß ich nur zugut WAS ein Aussenstehender alles machen muss. Arztbesuche gestalten sich für mich am schwierigsten, immer mit Rollstuhl und meine Mam wiegt ziemlich viel.
    Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr euer Leben gut in „Griff“ bekommt. Der Umzug in eine andere Wohnung ist wohl unumgänglich. Das würde ich nicht so weit wegschieben. Man kann froh sein wenn man kümmernde Angehörige hat…wirklich!
    Liebe Grüße und alles erdenklich gute für deine/eure Zukunft
    Ellen

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Ellen,
      danke für dein Mitgefühl.
      Mittlerweile haben wir auch helfende Hände gefunden, die gegen Bezahlung wirklich fleißig zupacken. Das mit der Wohnungssuche gestaltet sich wie vermutet schwer aber auch hier wird die Zeit hoffentlich eine Lösung bringen.
      Ganz liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

  5. Ach herje. Da denkt man direkt an das Wort Vollkatastrophe.
    Zum Glück kann man alles irgendwie bestellen. Und wenn man eine tolle Familie im Hintergrund hat, wie ihr, kann man auch viel organisieren.
    Gut das ihr schon weiterdenkt und einen Umzug in Erwägung zieht. Ewig so weiter machen geht irgendwann auch nicht mehr. Da muss man ganz realistisch sein.
    Ich drück euch die Daumen das ihr ganz schnell wieder fit seid um euer Leben so zu meistern wie ihr wollt.
    Liebe Grüße, Nati

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke liebe Nati,
      wir arbeiten daran. Es wird noch einige Aufs und Abs geben, aber wir schauen trotzdem hoffnungsvolle in eine hoffentlich schöne Zukunft.
      Ich grüße dich
      Elke

      Gefällt 1 Person

  6. Liebe Elke,
    was Du hier beschreibst, geht mir sehr nahe.
    Das Leben in Abgeschiedenheit (welches ich ja auch bevorzuge) hat so seine Tücken.
    Ich bewundere Dich sehr, wie Du das alles meisterst.
    Irgendwie schweben Worte der Hoffnung zwischen Deinen Zeilen.
    Ich wünsche Euch viel Kraft für diese Zeit (das zeitweise Leben ohne den Vierbeinern ist ganz sicher nicht leicht, wenn man auch weiß, dass sie gut versorgt sind).
    Auch Deinem Lieblingsmenschen wünsche ich von Herzen Mut und Kraft auf diesem Weg zur Genesung.
    Haltet Euch aneinander fest, liebe Elke. Es klingt jetzt vielleicht etwas nach Pathos:
    „Die Liebe ist die einzige Brücke, die uns überall hinführen kann.“
    (APHORISMEN/S.K.)
    Aber ich glaube daran. 💜
    Herzliche Grüße
    Sylvia

    Gefällt 4 Personen

    1. Liebe Sylvia,

      deine Worte sind wie immer so einfühlsam und wohltuend, danke dafür.
      Ja, wir haben Hoffnung und halten aneinander fest.
      Jetzt hangeln wir uns Schrittchen für Schrittchen in die Normalität zurück.
      Aus der Ferne, ganz liebe Grüße
      Elke

      Gefällt mir

    2. Liebe Elke,

      das klingT gut.😊

      Ich habe viele Erinnerungen an meine Jahre mit der Borreliose, nichts habe ich vergessen. Auch heute noch gibt es schlechte Tage (tatsächlich seit sechs Tagen anhaltend), die mich wieder demütig werden lassen und mir vor Augen führen, dass ich mich besser um mich selbst kümmern sollte….
      Vielleicht kann ich deshalb so vieles verstehen.
      Und Bea….- erinnerst Du Dich?

      💜

      Gefällt 1 Person

    3. Ja, das tue ich.
      Tatsächlich war ich als gesunder Mensch auch wesentlich oberflächliger.
      Alleine schon dadurch bedingt, dass ich jede Minute mit noch zu machenden Dingen gefüllt habe.
      Somit bringt Krankheit nicht nur Schlechtes sondern auch Zeit um ūber sich und andere Menschen und über dies und das sowie das große Ganze nachzudenken.
      Dir wünsche ich dann auch ganz schnelle Besserung und das die schlechten Tage auch mit etwas Schönem gefüllt werden.

      Gefällt 1 Person

    4. Lächel…
      Das geht mir genauso.
      Als ich stark wie ein Baum war, glaubte ich nicht, dass mich etwas erschüttern könnte.
      Als ich krank wurde, kam ich mehr und mehr MIR selbst näher.

      Ich danke Dir für die lieben Wünsche.
      Bei mir ist es ein massiver Verlust von Mineralien, da ich übermäßig Wasser verliere. Meine Nieren sind überfordert damit und ich verliere zu viele Nährstoffe. Das führt zu akuter Erschöpfung. Ich kann mich momentan kaum auf den Beinen halten. Morgen beim Arzt gibt es hoffentlich etwas Aufschluss (zumindest nach dem Ergebnis der Blutwerte).
      „Morgen ist ein neuer Tag“ – so ähnlich sagte es schon Scarlett in „Vom Winde verweht“. 😊

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s