Botox, ein Nervengift, wird von der Allgemeinheit zuerst mit der Schönheitschirugie in Verbindung gebracht.

Es wurde jedoch anfänglich in den 1980er Jahren zu medizinischen Zwecken eingesetzt, vorwiegend zur Behandlung von neurologischen Bewegungsstörungen, vermehrt Spastiken. Dabei ist es z.B. für mich als Laiin unglaublich, wo überall Spasmen auftreten können.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist sehr kostspielig, dies steht den vorzeigbaren Erfolgsquoten gegenüber.

So ist es für mich nicht zu erklären, dass die Krankenkassen die Behandlung wie zum Beispiel Spastiken in Füssen und Armen, hervorgerufen durch einen Schlaganfall, übernehmen, verursacht durch MS jedoch nicht. Das verstehe wer will, aber es ist genau so.

Das heißt in der Praxis, ein Schlaganfallpatient mit z. B einem Spitzfuss und erhöhtem Muskeltonus in Zehen, Fuss und Bein bekommt von der Krankenkasse eine entsprechende Behandlung mit Botox genehmigt und somit von der Krankenkasse bezahlt. Bei entsprechenden Erfolgen kann die Behandlung dann im dreimonatigen Rhythmus wiederholt werden.

Die gleich Symptomatik bei einem anderen Patienten, der seine Beschwerden durch die Multiple Sklerose bekommen hat, müsste die Kosten der Behandlung selber bezahlen.

Wir sprechen hier je nach Injektionsmenge von bis zu vierstelligen Beträgen alle drei Monate.

Dem betroffenen MS Patienten bleibt somit nur die Hoffnung auf eine Ausnahmegenehmigung, die Kostenübernahme einer Behandlung mit Botulinumtoxin A im Off-Label-Use. Nach viel Schriftverkehr mit der Krankenkasse, vielen eingeholten Gutachten, viel Zeit, starken Nerven und einer großen Portion Glück werden bei mir die Kosten für die Behandlung von der Krankenkasse übernommen.

Nun habe ich im dreimonatigen Abständen jeweils einen Termin zur Botoxbehandlung.

Ich bekomme Spritzen mit ganz dünnen Nadeln jeweils im Muskeln in Wade, Oberschenkel und unter den Fuss gesetzt.

Begonnen wurde mit einer sehr geringen Dosis, da es keine Behandlungsmöglichkeiten bei Unverträglichkeiten gibt und dann mit den Nebenwirkungen einige Wochen gelebt werden müsste. Die Wirkung setzt bestenfalls innerhalb der ersten Woche nach der Behandlung ein. In manchen Muskeln wird unter Zuhilfenahme des Ultaschallgerätes gespritzt. Die Spritzen sind nicht schmerzhaft, wobei die Spritze unter dem Fuss nicht angenehm ist.

Im Laufe der folgenden Behandlungsterminen wurde die Dosis des Medikamentes langsam erhöht und somit auch eine optimale Dosis für mich gefunden.

Das Ergebnis ist bei mir deutlich positiv und setzt meisten ein bis zwei Tage nach dem Behandlungstermin ein und hält auch mehr oder weniger bis zum nächsten Termin an.

Ich habe deutlich weniger Schmerzen durch die Spastik, bin beweglicher und speziell die Entzündungen am Fuss, hervorgerufen durch Fehlstellungen, sind gravierend weniger geworden.

Eure Elke

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3 Kommentare zu „Botulinumtoxin-Botox, bei MS

  1. Ich freue mich sehr mit dir, dass die Behandlung scheinbar anschlägt. Da hat sich der Stress im Vorfeld ja schon fast gelohnt. Bleibt zu hoffen, dass die Krankenkassen hier umdenken…
    Weiterhin viel Kraft und gute Erfolge!

    Gefällt 3 Personen

  2. Hallo Elke.
    Ich versteh manchmal echt nicht nach welchen Kriterien solch eine Entscheidung getroffen wird. Wenn es nachweislich hilft, warum sollte es dann für Patienten nicht genutzt werden.
    Ich freu mich für dich das es bei dir geklappt hat.
    LG, Nati

    Gefällt 1 Person

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