Letzte Woche führte ich mit einem Bekannten ein Gespräch darüber, wie wir jeweils das Osterfest gestalten. Auffällig war, dass wir die Tage jeweils sehr unterschiedlich verleben und es auch jeweils wechselnde Rituale in den verschiedenen Lebensphasen von uns gab.

Meine Kindheitserinnerungen verbinden mit Ostern:

Das erstemal im Jahr Kniestrümpfe anziehen, natürlich in weiß und dazu mein Sonntagskleid. Ich war vorher schon immer richtig aufgeregt, ob das Wetter es auch zulässt, die fiesen Strumpfhosen in die Versenkung zu verbannen.

In meiner Erinnerung war immer sonniges Wetter und es hat an Ostern draussen plötzlich anders gerochen, heute würde ich sagen, es riecht nach Frühling.

Karfreitag oder Karsamstag wurden Eier gekocht und gefärbt und zwar in Zwiebelschalen – ocker bzw bräunliche Farbe; Roter Beete – rot bis dunkel pinke Farbe; Spinat oder Brennnesseln – grüne Farbe; Rotkohl – hellblau bis blaue Farbe.

Besonders lustig fand ich es als Kind, wenn rohe Eier von den Erwachsenen ausgeblasen wurden. Die saßen dann am Küchentisch mit dicken Wangen und hochroten Köpfen und haben gepustet und gepustet bis das rohe Eiweiß und Eigelb aus dem kleinen gebohrten Loch in der Eierschale floss und in eine Schüssel plumpste. Beim Picken der zwei Löcher in die Schale der rohen Eier gab es so einiges an Eierbruch, begleitet von verhaltenem Fluchen.

Die leeren Eierschalen wurden dann mit Wasser abgespült und anschließend von uns Kindern kunstvoll bemalt. Später konnten wir die so entstandenen Exponate am Osterstrauch bewundern.

Die nebenbei angefallenen rohen Eier wurden anschließend verbacken oder als Rührei mit frisch gebackenen Osterstuten vertilgt.

Ostersonntag begann der Morgen für uns Kinder mit Eiersuchen im Garten und für jeden gab es ein Osterkörbchen mit Leckereien.

In meiner Kindheit haben wir die Ostertage immer zu Hause im Kreise der Familie verbracht. Meine Eltern wollten sich an diesen Tagen nie dem Stress des Feiertagsreiseverkehrs antun. Einfach gemeinsame Zeit verbringen, das haben wir alle dann auch immer sehr genossen.

Ostern mit den eigenen Kindern:

Hier berichte ich über Ostern während der Kindergarten- und Grundschulzeiten meiner Kinder.

Vor Ostern basteln, basteln, prickeln, schneiden, kleben, falten, malen.

Unzählige Osterhasen, Ostereier, Hähne und Hühner, Lämmer und Pappmachéeier wurden gebastelt, aufgehängt, verschenkt und dekoriert.

Gründonnerstagabend wurden die Ostertage immer mit einem Osterfeuer in der Nachbarschaft begonnen, knisterndes Feuer, Stockbrot, heißer Apfelsaft und Bier für die Erwachsenen.

Karfreitag wurde das Ostergeschenk der Kinder für ihre Großeltern gebastelt und die Ostereier mit Osterfarben, Färbeplättchen und Eiermalfarben, verschönt.

Karsamstag sind wir über die Grenze nach Holland gefahren und haben dort die Pflanzen für unseren Garten gekauft. Anschließend gab es großes Gelage in der Frittenbude in Arcen. Auf dem Rückweg wurde der erste Spargel besorgt.

Ostersonntag lief ähnlich ab wie in meiner Kindheit, Eiersuchen und Leckerkörbchen fūr alle Anwesenden. Anschließend Osterbrunch mit den Kindern, Großeltern und Freunden und klönen, spielen und wieder essen ( der erste Spargel ).

Ostermontag wurde der Osterbrunch des anderen Familienzweiges bei den Schwiegereltern vollzogen bzw. zelebriert. Es war immer alles sehr stilvoll, aber auch immer extrem steif und so gar nicht heimelig und kindgerecht. Wir, die Kinder, deren Cousinen, Eltern und ich haben es zumindest immer gerne hinter uns gebracht. Mein Mann kannte es nicht anders und fühlte sich auf jeden Fall wohler als wir.

In der Woche nach Ostern hat meine Mutter uns mit Eier-, Dillsoße mit frischen Kartoffeln und dem ersten Kopfsalat verwöhnt. Mmmmhhh.

Wenn das Wetter es zuließ, wurde in der Woche nach Ostern unser Garten mit allen neuen gekauften Pflanzen bestückt, Groß(kampf)pflanztag, alle haben mitgeholfen.

Desweiteren gab es einige Jahre, in denen Kommunionskaffeerunden in der Nachosterwoche zum festen Programm gehörten.

Ostern mit den etwas älteren Kindern ( ab dem 10 Lebensjahr von Kind1, Kind2 jeweils drei Jahre jünger )

Über Ostern sind wir in den folgenden Jahren mit bis zu achzig Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammen nach Österreich in den Skiurlaub gefahren. Hier gab es keinen besonderen Osterbrauch, sondern der Urlaub wurde von Skifahren und gemeinsamen kind- und jugendgerechtem Tages- und Abendprogramm bestimmt und es war einfach und schön.

Ostern heute

Für mich beginnt die Osterzeit am Palmsonntag im Gottesdienst. Hier erfreue ich mich an den kunstvollen Palmbasteleien der Kinder, die anschließend gesegnet werden.

Karfreitag wird immer ein neues Fischgericht gekocht.

Die restlichen Ostertage werden ganz locker zu Hause verbracht und wer kommt der kommt und wir genießen entspannt die gemeinsame Zeit mit kleinen spontanen Leckereien.

Ansonsten ist es seit Jahren ein Ritual an einem Osterfeiertag jeweils ein Brief an die PATENKINDER von Plan auf den Philippinen und in Nepal zu schreiben. ( Natürlich ist das nicht der einzige Schriftverkeht im Jahr ).

Zudem bleibt Zeit zum Lesen, Musik hören und rumgegammeln

Ich wünsche euch Frohe Ostern.

Eure Elke

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12 Kommentare zu „Meine Osterrituale im Wandel

  1. Hallo liebe Elke,
    schön zu lesen wie ihr Ostern im Laufe der Zeiten erlebt habt.
    Ich kann mich daran erinnern, dass meine Mutter damals unsere 13 stufige Treppe runterfiel und mein Vater meinte, der Osterhase wäre ihr duch die Beine gelaufen. Wir Kinder waren froh dass ihr nichts schlimmes passierte.
    Rituale, wie gemeinsames Eierfärben hab ich auch in warmer Erinnerung…schön wars.
    Liebe Ostergrüße
    Ellen

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    1. Ja, ich habe mich auch gerne zurückerinnert. Es sind gerade die Konstanten in einem Jahr, an denen ich die Veränderungen im Laufe der Zeit fest machen kann.
      Liebe Grüße
      Elke

      Gefällt 1 Person

  2. Ja, die Osterrituale von früher waren bei uns ähnlich. Ostern gab es bei uns immer neue Frühlings-Anziehsachen, die man dann erstmals in der Kirche anzog. Kniestrümpfe durfte ich als Kind erst am 1. Mai anziehen, egal wie das Wetter vorher war.
    Heute schenken mein Mann und ich uns gegenseitig am Ostersonntag ein Osternest mit Leckereien. Gestern gab es bei uns Lammkarree mit Böhnchen und Rosmarinkartoffeln. Lamm passt doch zu Ostern, oder?
    Alles Liebe und noch einen schönen Ostermontag
    Reni

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    1. Ist es nicht schön, wie genügsam wir als Kinder waren.
      Ja, Lamm passt hervorragend zu Ostern und die Kombination mit Bohnen und R.kartoffeln lässt mir das Wasser im Mund zusammen laufen.
      Dir auch noch einen wunderschönen Ostermontag

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  3. Vieles, was Du beschreibst, kenne ich auch. Besonders die Freude darüber, endlich wieder Kniestrümpfe tragen zu dürfen, natürlich auch weiße, und ein Kleid. Ostereierauspusten, backen und kochen. Heute verbringen wir das Fest immer noch gern mit der Familie und ein sehr entspannter Osterbrunch gehört dazu. Wünsche dir einen schönen Ostermontag. LG Trina

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  4. Mit vielen deiner Kindheitserinnerungen kann ich mich identifizieren. Mit Ostern verband ich immer den Frühling, raus aus der Winterkluft ins Frühlingskleid …
    An den ersten Feiertagen (auch Weihnachten und Pfingsten) waren wir immer bei den Verwandten meiner Mutter (langweilig mangels Cousinen und Cousins), am zweiten bei der Verwandtschaft meines Vaters (da war wenigstens was los) .
    Aber die Familie war heilig!

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  5. Liebe Elke.
    Das Leben im Wandel.
    Bis vor 2 Jahren habe ich auch noch mit meinen Jungs Eier bemalt und durfte alles verstecken. Jetzt im Teenie-Alter ist das natürlich nichts mehr. So färbe ich die Eier selber.
    Ich lade Ostern gerne Freunde oder die Familie zum großen Frühstück ein. Das ist immer ganz toll und den Nachmittag hat man dann für sich zum Entspannen.
    Ich wünsche dir noch einen schönen zweiten Osterfeiertag.
    LG, Nati🌷🐰🐣

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    1. Das hört sich gemütlich an. So habe ich das auch die ganzen letzten Jahre gemacht. Jetzt habe ich leider nicht mehr die Kraft mehrere Gäste zu verwöhnen. Alles hat seine Zeit.
      Ich grüße dich herzlichst
      Elke

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