Halbzeit

Die erste Hälfte der Reha ist um.

Mein Resümee:

Die Therpien sind gut und verschaffen mir zumindest eine Schmerzminderung und auch meine Beweglichkeit hat etwas zugenommen.

Fango und Massage haben mir geholfen wieder ein entspannteres Körpergefühl zu bekommen.

Die Gymnastik-, Koordinations- und Rückenschulungen in der Gruppe geben mir das Gefühl, doch in einigen Körperbereichen noch gut zu funktionieren.

Der erste Besuch im Schwimmbad nach vielen Jahren war für mich ein Schock. Die körperlichen Einschränkungen nehmen mir jegliche Schwerelosigkeit im Wasser und geben mir das Gefühl, mich mit Kieselsteinen beschwert, im Wasser fortzubewegen.

Die Schicksale der Mitpatienten machen mich fertig und zeigen mir wie gut es mir eigentlich noch geht.

Es ist rührend mit anzusehen, wie manche Partner, die als Begleitpersonen anwesend sind, sich kümmern.

Ich freue mich jeden Tag auf’s Neue die kontinuierlichen Fortschritte bei vielen Schlaganfallpatienten zu beobachten.

Es ist mir unverständlich, Patienen mit Sauerstoffgeräten ständig rauchend im Aussenbereich anzutreffen.

Genau wie im Krankenhaus bekommt man ohne Eigeninitative und ständigem Nachfragen keine optimale Behandlung.

Ich finde es erschreckend zu beobachten, wie offensichtlich es Unterschiede, sprich, billigere und hochwertigere Rehaeinrichtungen in Deutschland gibt. Diese hier gehört zu denen, die dem Kostenträger auf jeden Fall günstiger kommt. Das Essen ist schlecht, kein frisches Obst, keine Säfte, Aufschnitt und Salate sind begrenzt und jeden Tag gleich, das warme Essen ist einfallslos und verkocht. Das Freizeitangebot ist gleich Null. Keine Aufenthaltsräume, keine Balkone, die Betten werden alle zwei Wochen bezogen.

In den Zimmern hängen teilweise zerrissene Gardinen.

Die Ärzte sind permanent wechselnd, uninformiert und teilweise der deutschen Sprache nicht mächtig, so dass, eine Verständigung nicht möglich ist.

Ein von Arzt A für mich angepriesenes und verordnetes Medikament wird von Arzt B auf Nachfrage abgelehnt, da es in diesem Haus nicht vorhanden sei.

Für Rollstuhlpatienen gibt es keine Möglichkeit in den Ort zu rollern, in dem es eh nur ein Cafe und ein Geschäft gibt. Bei der einmal die Woche organisierten Busfahrt in die nächste Stadt werden aus Platzgründen keine Rollstühle mitgenommen und das in einer Rehaklinik für Neurologiepatienten.

Wlan ist in den meisten Zimmern nicht zu empfangen. Wenn doch muss man sich einen Zugangskarte kaufen. Diese kostet mich für fünf Wochen 45 Euro, allerding bin ich die meiste Zeit trotzdem offline Die Telefonkarte kostet direkt 30 Euro bei der Anmeldung. Für die ersten 30 Tage ein Euro pro Tag.

…… Nichts desto Trotz werde ich versuchen die Therapien zu nutzen, mir die viele Freizeit mit guten Büchern zu versüßen und die schlechte Kost mit vielem frischen selbst gekauften Obst aufzuwerten.

An meine erste Reha in Damp denke ich wehmütig zurück und freue mich jetzt umso mehr wieder auf mein Zuhause.

Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und einen schönen Muttertag.

Eure Elke

Advertisements

17 Kommentare zu „Halbzeit

  1. Liebe Elke,

    es freut mich zu lesen, dass du das Beste aus der Situation machen wirst. Auch wie du die Situation neutral beschreibst, finde ich toll. Sei dir wie immer selbst ein Licht und die Chancen sind groß, dass du dadurch auch andere Menschen zum Leuchten bringst. Das sind dann ausschließlich schöne Erinnerungen und aus allem Anderen lernt man, was ja niemals von Nachteil ist.

    Fühlbare Grüße * Luxus

    Gefällt 1 Person

    1. Ich danke dir für diese warmherzigen und positiven Worte.
      Deine Worte schaffen es immer wieder, dass ich die jeweilige Lebenssituation etwas positiver sehe und auch angehe.
      Ganz herzliche Grüße
      Elke

      Gefällt 1 Person

  2. Schade, dass das Drumherum nicht so optimal ist, aber hol für dich raus, was du kannst, denn es geht ja um dich.
    Und Bernds Tipp (Erfahrungsbericht an den Kostenträger) kann ich nur unterstützen.

    Ich bin übrigens vom 13.-19. 6 ganz in deiner Nähe – nahe Venlo. Vielleicht können wir uns irgendwie treffen, wenn du magst? Allerdings habe ich kein Auto an der Hand …

    Herzlich
    Anna-Lena

    Gefällt mir

    1. Liebe Anna- Lena,
      ich kenne meine Termine noch nicht, wenn ich wieder zuhause bin, ich würde mich aber freuen, wenn es klappen würde.
      Herzliche Grüße
      Elke

      Gefällt 1 Person

  3. Mach mir keine Angst, ich fahre in 10 Tagen und habe jetzt schon Bammel, denn die Klinik in die ich gehe, hat auch nicht den allerbesten Ruf.
    Dir wünsche ich, dass du den Mut nicht verlierst und dennoch das Beste für dich rausholst.

    Gefällt 1 Person

    1. Es gibt auch richtig gute Reha’s. Herzensmensch ist auch in einer wirklich tollen Einrichtung. Hier bei mir sind zumindest die Therapeuten sehr engagiert und das ist doch die halbe Miete. Also Kopf hoch, ich hoffe du triffst es gut an und kannst die Zeit genießen.
      Herzliche Grüße
      Elke

      Gefällt mir

  4. Hallo Elke.
    Irgendwie kommt mir deine geschilderte Stimmung, Einstellungen und Maßnahmen sehr bekannt vor.
    Eine andere Bloggerin ist auch zur Kur. Eigentlich wollte sie dort Abnehmen, bekommt aber keine Hilfestellung oder dergleichen weil sie bei WW ist. Für ihr Schmerzen im Knie bekommt sie keine Wassergymnastik. Ich frage mich wozu man dann in die Reha oder Kur geht, wenn vieles gestrichen wird.

    Ich wünsche dir trotz allem gute Fortschritte und einige Hilfsmassnahmen die du auch Zuhause anwenden kannst um mobil zu bleiben.

    Liebe Grüße und einen schönen morgigen Muttertag für dich. Nati💐

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s